Competence Center Data Governance Value

Data Governance scheitert selten am Willen. Sie scheitert daran, dass niemand zeigen kann, was schlechte Governance kostet, und was gute Governance bringt. Genau diese Lücke schliessen wir. Das Competence Center Data Governance Value macht den Wert von Data Governance sichtbar, messbar und budgetfähig.

In fast jedem Unternehmen, mit dem wir sprechen, entsteht gerade KI-Governance. Unsere Forschung zeigt zugleich, dass das Fundament darunter oft fehlt. Und dieses Fundament bildet Data Governance.

Zwei Paradoxien

  1. Das erste Paradox liegt in der Data Governance selbst. Fast alle Verantwortlichen sagen, sie sei strategisch wichtig. Behandelt und finanziert wird sie trotzdem wie eine Pflichtübung: als Compliance-Thema ohne eigenes Budget, ohne Kennzahlen, ohne eine Sprache, die ihren Wert sichtbar macht.
  2. Das zweite Paradox kommt mit der KI dazu. Unternehmen bauen KI-Governance auf, ohne die Daten darunter mitzudenken. Sie entsteht dort, wo die Regulierung sie verlangt, während die Grundlagen offenbleiben: Wem gehören die Daten, stimmt ihre Qualität, woher kommen sie, wer darf sie nutzen?

Der Wert von Data Governance und die geteilte Zone
Beide Paradoxien haben dieselbe Wurzel: Der Wert von Data Governance wurde nie sichtbar gemacht und genau das ändert sich mit KI. Denn Data Governance und KI-Governance stehen auf demselben Boden. Die Fragen wem die Daten gehören, ob ihre Qualität stimmt, woher sie kommen und wer sie nutzen darf stellen sich gleich, ob am Ende ein Mensch oder ein Modell entscheidet. Wer KI auf ungeregelte Daten setzt, übernimmt deren Lücken und macht sie grösser, weil jetzt eine automatisierte Entscheidung daran hängt. Was gute Data Governance immer schon wert war, wird durch KI zum ersten Mal sichtbar und lässt sich zum ersten Mal beziffern.

Wir erforschen beide Seiten
Damit rückt neben den klassischen Fragen zum Wert von Data Governance auch die KI-Governance ins Zentrum unserer Arbeit. Wir untersuchen die zugrunde liegenden Mechanismen, ihre Reifegrade und vor allem ihre Schnittstellen. Denn dort, wo Data Governance und KI-Governance aufeinandertreffen, entscheidet sich, ob Unternehmen aus ihren Daten Wert schöpfen oder Risiken erleben.

Warum jetzt? Drei externe Treiber machen die Frage dringlich:

  • Regulierung: FADP, FINMA-Vorgaben, DORA und der EU AI Act verlangen Transparenz, Nachvollziehbarkeit und eine dokumentierte Datenbasis.
  • KI-Skalierung: Der breite KI-Einsatz macht Datenqualität und Nachvollziehbarkeit von der Kür zur Voraussetzung ohne sie sind grosse KI-Investitionen strukturell gefährdet.
  • Datensilos: Fragmentierte Daten- und IT-Landschaften bremsen Entscheidungsqualität und Innovation.

Unsere Arbeit: vier Arbeitspakete
Aus dieser Forschung entwickeln wir vier aufeinander aufbauende Werkzeuge, die den Wert von Data Governance greifbar machen:

  1. Standortbestimmung (AP1): Wo steht ein Unternehmen? Wir erheben Reifegrad und vorhandene Governance-Mechanismen, decken die Lücken auf, ordnen das Unternehmen in einen Vergleichsrahmen ein und betrachten KI-Governance als Querschnittslinse. Kostenlos und unverbindlich – der Baustein, an dem wir aktuell mit unseren Partnern arbeiten.
  2. Mehrwert-Assessment (AP2): Was bringt gute Data Governance? Time-to-Market, AI-Readiness, neue Datenprodukte, Datenaustausch-Fähigkeit… Diese Wirkungen sind real, werden aber selten gemessen und noch seltener der Data Governance gutgeschrieben. Das Mehrwert-Assessment macht sie sichtbar und rechnet sie dorthin zurück, wo sie entstehen.
  3. Schadens-Assessment (AP3): Was kostet schlechte Data Governance? Compliance-Bussen, Datenqualitätsfehler, manuelle Korrekturen, fehlgeschlagene KI-Projekte… Diese realen Kosten bleiben meist unsichtbar. Das Schadens-Assessment beziffert sie und schafft eine belastbare Grundlage für Investitionsentscheide.
  4. Potenzial-Assessment (AP4): Was ist der nächste Schritt wert? Eine Synthese aus Mehrwert- und Schadens-Assessment zu einem Business Case, kalibriert nach Branche, Reifegrad und Datenintensität.

Ziel ist es, Führungskräften und Governance-Verantwortlichen ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie Data Governance nicht länger als Kostenfaktor, sondern als strategische Ressource positionieren und intern begründen können.

So priorisieren wir: nach Wert und nach Schaden
Das Potenzial-Assessment positioniert jede identifizierte Governance-Lücke entlang zweier Achsen: dem erzielbaren Mehrwert bei Handeln (AP2) und dem vermiedenen Schaden bei Nicht-Handeln (AP3). Daraus ergibt sich eine klare Investitionspriorität:

  • Sofortiger Handlungsbedarf (hoher Wert, hoher Schaden): höchste Priorität, maximaler ROI.
  • Opportunitäts-Investment (hoher Wert, geringer Schaden): lohnt sich, aber nicht dringend.
  • Reine Schadensbegrenzung (geringer Wert, hoher Schaden): nur zur Compliance notwendig.
  • Geringes Potenzial (geringer Wert, geringer Schaden): nur, wenn Ressourcen übrig sind.

Was Praxispartner erhalten

  • Eigener Business Case: empirisch kalibriert, zugeschnitten auf Branche, Reifegrad und Archetyp.
  • Benchmarking im Peer-Vergleich: Wo stehen Sie im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen, und welche Investitionen zahlen sich aus?
  • Frühzugang zu validierten Instrumenten: Mehrwert-, Schadens- und Potenzial-Assessment vor der öffentlichen Publikation.
  • Priorisierte Investment-Roadmap: Welche Governance-Lücke hat den grössten Werthebel und den höchsten ROI.

Wie die Zusammenarbeit funktioniert
Die Instrumente entstehen in Ko-Kreation mit den Partnern: Sie werden in deren Kontext erstellt, getestet, verfeinert und kalibriert. Partner bringen ihre Fragestellung ein und erhalten im Gegenzug Werkzeuge, die in ihrer Realität funktionieren. Partner werden in externen Materialien nur mit ausdrücklicher Zustimmung genannt, andernfalls anonymisiert. Die Konditionen einer Partnerschaft besprechen wir gerne im persönlichen Gespräch.

Forschung trifft Praxis
Unsere Arbeit lebt vom Austausch mit der Praxis. Alle unsere Erkenntnisse stammen aus Gesprächen mit Verantwortlichen, die genau vor diesen Fragen stehen. Dieser enge Kontakt hält unsere Forschung nah an den realen Herausforderungen und gibt unseren Partnern zugleich einen Zugang zu aktuellen Erkenntnissen, Vergleichswerten und Instrumenten.


Sie möchten den Wert Ihrer Data Governance sichtbar machen? Ob fachlicher Austausch oder Zusammenarbeit, melden Sie sich gerne bei uns.

Kontakt

Mena Teebken-Glade

Dr.

Postdoc

Müller-Friedberg-Strasse 6/8
Office B52-6142

9000 St. Gallen

Reinhard Jung

Prof. Dr.

Direktor

IWI-HSG
Office 52-6142
Müller-Friedberg-Strasse 6/8
9000 St. Gallen
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