SCESC (Swiss Circular Economy of Skills and Competences)

Dieses Projekt fördert eine noch nie dagewesene Lernerfahrung für Weiterbildende, welche mit Hilfe einer Plattform nach dem Modell der Kreislaufwirtschaft ganzheitlich unterstützt werden sollen. Die Ziele dieses Projekts sind unter anderem die Förderung des aktuellen und mittelfristigen Qualifikationsbedarfs, die volle Ausschöpfung des Kompetenzportfolios des*r Weiterbildenden, das mit Hilfe eines kontinuierlichen Abgleichs von individuellem Qualifikationsbedarf und Weiterbildungsmöglichkeiten realisiert wird, sowie die Unterstützung der individuellen Kompetenzentwicklung durch einen digitalen Coach. Das Projekt ist auf dreieinhalb Jahre ausgerichtet mit Beginn im Februar 2022 und Fertigstellung im Sommer 2025. Die Gesamtprojektleitung hat Dr. Andreas Janson inne.

Lernen am Puls der Zeit – für die berufliche Weiterbildung
Lebenslang lernen und neue berufliche Kompetenzen erwerben nach dem Modell der Kreislaufwirtschaft: Dies soll die neue Weiterbildungsplattform «Swiss Circular Economy of Skills and Competences» (SCESC) ermöglichen. Fünf Schweizer Hochschulen arbeiten seit Februar 2022 an der Umsetzung des Innosuisse-Flagship-Projekts.

Lernkonzepte sind gefragter denn je. Gerade berufliche Weiterbildung soll in der Schweiz noch leichter für alle zugänglich sein. Dies ist das Ziel des Projekts Swiss Circular of Skills and Competences. Auf eine Ausschreibung von Innosuisse hin lancierten ein Kooperationsverbund aus fünf Schweizer Hochschulen EHB, EPFL, UZH, ZHAW sowie die HSG im März 2021 die Idee der «Swiss Circular Economy of Skills and Competences» (SCESC) – eine Erweiterung einer Weiterbildungsplattform, in deren Entwicklung universitäre Forschungserkenntnisse sowie Expertise aus den Bereichen Technologie, Marktarchitektur, berufliche Bildung, Motivationsdesign und den Verhaltenswissenschaften sowie der Einsatz künstlicher Intelligenz fliessen sollen. Im August 2021 wurde das Fördergesuch im Bereich «Bildung und Lernen» bewilligt. Die Förderung wurde für den Zeitraum von 2022 bis 2025 gesprochen. Seitens HSG eingbebunden sind Andreas Göldi, Alexander Meier, Dr. Roman Rietsche (Projektleitung) und Prof. Dr. Ivo Blohm, Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI-HSG), sowie Marco Strate und Prof. Dr. Bernadette Dilger, Institut für Wirtschaftspädagogik (IWP-HSG).

Kompetenzen erweitern

Die entwickelten Elemente einer «Swiss Circular Economy of Skills and Competences» werden in die bereits bestehende Plattform des schweizerischen Startups «Evrlearn» integriert. Diese wurde 2020 von Felix Schmid und René Beeler entwickelt und funktioniert analog des Airbnb-Prinzips, sie verbindet Nachfrage- und Angebotsseite und erlaubt über Algorithmen dynamisch ein beidseitiges «Matching». Im Weiterbildungsbereich macht der Ansatz eine Triage zwischen dem zukünftigen Bildungsbedarf von Unternehmen bzw. geforderten Fähigkeiten und Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt, den einzelnen Personen mit individuellen Kompetenzprofilen und Kompetenzentwicklungsbedürfnissen und den Bildungsanbietern, die formale wie auch non-formale Programme entwickeln.

SCESC schlägt die Brücke zwischen den verschiedenen Akteuren des Kreislaufs. Dank eines algorithmenbasierten Scannings von verschiedenen Elementen wie Stellenausschreibungen, Stellenprofilen, Kursangeboten von Bildungsanbietern und Lebensläufen werden umfangreiche Daten ausgewertet und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in ihren Mustern dargestellt. Welche Skills sind gesucht, wie können diese beschrieben und gebündelt werden – was kann eine Person bereits und wie kann sie sich fehlende sowie geforderte Fähigkeiten aneignen? Diese Daten liefern Unternehmen Informationen über Qualifikationsdefizite (sog. «skill gaps»), helfen Bildungsanbietern, sich mit entsprechenden Programmen nachhaltig auszurichten und unterstützen die Plattformnutzenden in ihren Weiterbildungsentscheidungen – das Hauptziel des Projekts. Das Matching von Nachfrage, Profil und Angebot sei zentral: Das passende Weiterbildungstraining schliesst folglich die Bildungslücke.

Von Weiterbildungsabschlüssen zu Kompetenzmodulen

Das Schweizer Berufsbildungssystem basiert in der Regel auf einer dreijährigen Grundausbildung in verschiedenen Berufsfeldern. Weiterbildungen sind auf unterschiedlichen Stufen möglich, traditionsgemäss aber nur in vordefinierten Berufen bzw. Berufsfeldern. Die SCESC-Plattform ergänzt diese, indem sie auch Personen, die seit Jahren im Berufsleben stehen, jederzeit neue Karrierewege auch zwischen verschiedenen Berufen eröffnet – sodass ein Perspektivwechsel von Weiterbildungsabschlüssen zu Kompetenzmodulen in der Weiterbildung schweizweit gestärkt wird. Neu rücken die Anreicherung spezifischer Kompetenzen und ein lernendenzentrierter Ansatz in den Vordergrund. So findet eine Entkoppelung von der in der deutschsprachigen Ausbildungskultur gängigen Diplom- und Zertifikatsfixierung statt. In Zukunft werden sich klassische Berufsbilder wandeln, ein Zeugnis oder Diplom werde nicht mehr der einzige Beweis dafür sein, etwas gelernt zu haben. Kompetenzen, die durch Arbeitserfahrungen oder Projekterfahrungen non-formal oder informell erworben werden, können über die Plattform gezielter sichtbar und dank open-badge-Systemen auch entsprechend anerkannt werden. Ob eine Weiterbildung das Absolvieren mit einem Zertifikat, Diplom, einem CAS-Abschluss oder einer anderen Form von Rückmeldung bestätige, werde in Zukunft vom jeweiligen Weiterbildungsanbieter abhängen. Auch Rückmeldungen von Arbeitgebenden, Teamleitungen oder FachexpertInnen können einen hohen Grad an Validierung für einen Kompetenzausweis darstellen. Insbesondere solle das Ziel des «lebenslangen Lernens» zu einer neuen Gewohnheit werden, um mit dem sich stets ändernden Bedarf des «Arbeitens und Lernens der Zukunft» Schritt halten zu können.

Selbstbestimmtes Lernen und Digitalcoach

In der Vorbereitungsphase, vor dem eigentlichen Lernen der Inhalte, generiert die Plattform auf Grundlage persönlicher Daten für die Nutzenenden individuelle Kompetenzportfolios. Diese beinhalten sowohl formelle wie auch informelle Fähigkeitsbestätigungen: Arbeitszeugnisse, Zertifikate, Empfehlungsschreiben von Peers, aber auch Referenzprojekte, Feedbacks und Selbstreflexionen. Der plattform-generierte «Competence Vitae» ist der zentrale Output. Zur Entwicklung der individuellen Portfolios werden Konzepte der Kompetenzmodellierung, der Verfahren zur Anerkennung von Kompetenzen, open-badge- und e-portfolio-Prinzipien weiterentwickelt und für die Implementierung auf der Plattform in konkrete Piloten konkretisiert. Auf Grundlage des Portfolios empfiehlt die SCESC den Lernenden ein passendes Fortbildungs- oder Umschulungsangebot. Zur Begleitung des Lernprozesses kann zusätzlich ein digitaler «Motivations-Booster» gebucht werden. «Der personalisierte, dialog-basierte digitale Coach ist ein motivierender Faktor. Er zeigt den Nutzenden ihre Stärken, Schwächen, Lernfortschritte und was hilfreich oder hinderlich war beim Lernen. Ausserdem gibt er Lerntipps und Anreize, mehr zu üben.» Der Sprachassistent gestaltete das Lernen dadurch spielerisch; ergänzt mit Gamification-Elementen und Echtzeitauszeichnungen.

Lernkultur und -gemeinschaft

Der digitale Raum ermöglicht auch innovative Lernansätze wie «mobile learning». Lernen werde dadurch flexibler, als nahtlos wahrgenommen und könne jederzeit in verschiedenen Kontexten stattfinden – beispielsweise zuhause, unterwegs oder am Arbeitsplatz. Eine solche Lernkultur liesse sich auch innerhalb von Unternehmen aufbauen und verankern. Es braucht hierfür eine entsprechende technische Infrastruktur, die aufgebaut und gepflegt werden muss. Studien haben gezeigt, dass Datenschutz einen wichtigen Erfolgsfaktor darstellt. Mitarbeitende sind oft stark an ihrer eigenen Weiterentwicklung interessiert, befürchten jedoch, dass ihre Daten überwacht, bewertet oder mit KollegInnen verglichen werden könnten. Hierauf muss beim Aufbau einer mobilen Lernumgebung besonders geachtet werden. Eine weitere Besonderheit der Plattform stellt die Option der Lerngemeinschaft dar. Lernen ist immer auch ein sozialer Prozess. In der Community wird nach dem eigentlichen Lernprozess Raum geschaffen, um Erfahrungen, Ideen, neue Ziele und Pläne sowie Feedback zu teilen. Dies mit der Absicht, die neu erworbenen Skills schliesslich auch in den beruflichen Alltag zu transferieren. Die SCESC-Plattform kann Lernende mit einer Community zusammenbringen, die den derzeitigen Stand innerhalb ihres individuellen Lernpfads optimal unterstützt. Berücksichtigt werden auch die Art und Weise des Gesprächsaustauschs, zusätzliche Hilfsmittel, das Level an Einsatzbereitschaft sowie die Gruppengrösse.

Bildungsinhalte teilen

Berufliche Weiterbildung soll in der Schweiz noch leichter für alle zugänglich sein, individuelle Kompetenzprofilierung unterstützen und passend an zukunftsorientierten Bedarf ausgerichtet sein. Dank innovativen Technologien wie Blockchain oder Non-Fungible Tokens können neuartige Finanzierungsmöglichkeiten durch Firmen, Bildungsanbietende oder Crowdsourcing geschaffen und ein offener Fonds zu Umschulungs- und Weiterbildungszwecken eingerichtet werden, an den sich Personen ohne finanzielle Möglichkeiten wenden können. Die Deckung dieser Bildungsbedürfnisse komme im Sinne der Kreislaufwirtschaft wiederum den arbeitenden Unternehmen, insbesondere den kleinen Firmen, zugute. Die Plattform verfolgt auf diese Weise einen Netzwerkansatz, der ein Weiterbildungs-Ecosystem nach den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft schafft. Erworbene und benötigte Bildungsinhalte werden immer wieder erneuert und den aktuellen und künftigen Bedürfnissen und Möglichkeiten angepasst.

Kategorie

Innosuisse

Projektstart

02.02.2022

Projektende

31.08.2025

Status

laufend

Bereich

Team Leimeister

Dieses Projekt fördert eine noch nie dagewesene Lernerfahrung für Weiterbildende, welche mit Hilfe einer Plattform nach dem Modell der Kreislaufwirtschaft ganzheitlich unterstützt werden sollen. Die Ziele dieses Projekts sind unter anderem die Förderung des aktuellen und mittelfristigen Qualifikationsbedarfs, die volle Ausschöpfung des Kompetenzportfolios des*r Weiterbildenden, das mit Hilfe eines kontinuierlichen Abgleichs von individuellem Qualifikationsbedarf und Weiterbildungsmöglichkeiten realisiert wird, sowie die Unterstützung der individuellen Kompetenzentwicklung durch einen digitalen Coach. Das Projekt ist auf dreieinhalb Jahre ausgerichtet mit Beginn im Februar 2022 und Fertigstellung im Sommer 2025. Die Gesamtprojektleitung hat Dr. Andreas Janson inne.

Lernen am Puls der Zeit – für die berufliche Weiterbildung
Lebenslang lernen und neue berufliche Kompetenzen erwerben nach dem Modell der Kreislaufwirtschaft: Dies soll die neue Weiterbildungsplattform «Swiss Circular Economy of Skills and Competences» (SCESC) ermöglichen. Fünf Schweizer Hochschulen arbeiten seit Februar 2022 an der Umsetzung des Innosuisse-Flagship-Projekts.

Lernkonzepte sind gefragter denn je. Gerade berufliche Weiterbildung soll in der Schweiz noch leichter für alle zugänglich sein. Dies ist das Ziel des Projekts Swiss Circular of Skills and Competences. Auf eine Ausschreibung von Innosuisse hin lancierten ein Kooperationsverbund aus fünf Schweizer Hochschulen EHB, EPFL, UZH, ZHAW sowie die HSG im März 2021 die Idee der «Swiss Circular Economy of Skills and Competences» (SCESC) – eine Erweiterung einer Weiterbildungsplattform, in deren Entwicklung universitäre Forschungserkenntnisse sowie Expertise aus den Bereichen Technologie, Marktarchitektur, berufliche Bildung, Motivationsdesign und den Verhaltenswissenschaften sowie der Einsatz künstlicher Intelligenz fliessen sollen. Im August 2021 wurde das Fördergesuch im Bereich «Bildung und Lernen» bewilligt. Die Förderung wurde für den Zeitraum von 2022 bis 2025 gesprochen. Seitens HSG eingbebunden sind Andreas Göldi, Alexander Meier, Dr. Roman Rietsche (Projektleitung) und Prof. Dr. Ivo Blohm, Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI-HSG), sowie Marco Strate und Prof. Dr. Bernadette Dilger, Institut für Wirtschaftspädagogik (IWP-HSG).

Kompetenzen erweitern

Die entwickelten Elemente einer «Swiss Circular Economy of Skills and Competences» werden in die bereits bestehende Plattform des schweizerischen Startups «Evrlearn» integriert. Diese wurde 2020 von Felix Schmid und René Beeler entwickelt und funktioniert analog des Airbnb-Prinzips, sie verbindet Nachfrage- und Angebotsseite und erlaubt über Algorithmen dynamisch ein beidseitiges «Matching». Im Weiterbildungsbereich macht der Ansatz eine Triage zwischen dem zukünftigen Bildungsbedarf von Unternehmen bzw. geforderten Fähigkeiten und Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt, den einzelnen Personen mit individuellen Kompetenzprofilen und Kompetenzentwicklungsbedürfnissen und den Bildungsanbietern, die formale wie auch non-formale Programme entwickeln.

SCESC schlägt die Brücke zwischen den verschiedenen Akteuren des Kreislaufs. Dank eines algorithmenbasierten Scannings von verschiedenen Elementen wie Stellenausschreibungen, Stellenprofilen, Kursangeboten von Bildungsanbietern und Lebensläufen werden umfangreiche Daten ausgewertet und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in ihren Mustern dargestellt. Welche Skills sind gesucht, wie können diese beschrieben und gebündelt werden – was kann eine Person bereits und wie kann sie sich fehlende sowie geforderte Fähigkeiten aneignen? Diese Daten liefern Unternehmen Informationen über Qualifikationsdefizite (sog. «skill gaps»), helfen Bildungsanbietern, sich mit entsprechenden Programmen nachhaltig auszurichten und unterstützen die Plattformnutzenden in ihren Weiterbildungsentscheidungen – das Hauptziel des Projekts. Das Matching von Nachfrage, Profil und Angebot sei zentral: Das passende Weiterbildungstraining schliesst folglich die Bildungslücke.

Von Weiterbildungsabschlüssen zu Kompetenzmodulen

Das Schweizer Berufsbildungssystem basiert in der Regel auf einer dreijährigen Grundausbildung in verschiedenen Berufsfeldern. Weiterbildungen sind auf unterschiedlichen Stufen möglich, traditionsgemäss aber nur in vordefinierten Berufen bzw. Berufsfeldern. Die SCESC-Plattform ergänzt diese, indem sie auch Personen, die seit Jahren im Berufsleben stehen, jederzeit neue Karrierewege auch zwischen verschiedenen Berufen eröffnet – sodass ein Perspektivwechsel von Weiterbildungsabschlüssen zu Kompetenzmodulen in der Weiterbildung schweizweit gestärkt wird. Neu rücken die Anreicherung spezifischer Kompetenzen und ein lernendenzentrierter Ansatz in den Vordergrund. So findet eine Entkoppelung von der in der deutschsprachigen Ausbildungskultur gängigen Diplom- und Zertifikatsfixierung statt. In Zukunft werden sich klassische Berufsbilder wandeln, ein Zeugnis oder Diplom werde nicht mehr der einzige Beweis dafür sein, etwas gelernt zu haben. Kompetenzen, die durch Arbeitserfahrungen oder Projekterfahrungen non-formal oder informell erworben werden, können über die Plattform gezielter sichtbar und dank open-badge-Systemen auch entsprechend anerkannt werden. Ob eine Weiterbildung das Absolvieren mit einem Zertifikat, Diplom, einem CAS-Abschluss oder einer anderen Form von Rückmeldung bestätige, werde in Zukunft vom jeweiligen Weiterbildungsanbieter abhängen. Auch Rückmeldungen von Arbeitgebenden, Teamleitungen oder FachexpertInnen können einen hohen Grad an Validierung für einen Kompetenzausweis darstellen. Insbesondere solle das Ziel des «lebenslangen Lernens» zu einer neuen Gewohnheit werden, um mit dem sich stets ändernden Bedarf des «Arbeitens und Lernens der Zukunft» Schritt halten zu können.

Selbstbestimmtes Lernen und Digitalcoach

In der Vorbereitungsphase, vor dem eigentlichen Lernen der Inhalte, generiert die Plattform auf Grundlage persönlicher Daten für die Nutzenenden individuelle Kompetenzportfolios. Diese beinhalten sowohl formelle wie auch informelle Fähigkeitsbestätigungen: Arbeitszeugnisse, Zertifikate, Empfehlungsschreiben von Peers, aber auch Referenzprojekte, Feedbacks und Selbstreflexionen. Der plattform-generierte «Competence Vitae» ist der zentrale Output. Zur Entwicklung der individuellen Portfolios werden Konzepte der Kompetenzmodellierung, der Verfahren zur Anerkennung von Kompetenzen, open-badge- und e-portfolio-Prinzipien weiterentwickelt und für die Implementierung auf der Plattform in konkrete Piloten konkretisiert. Auf Grundlage des Portfolios empfiehlt die SCESC den Lernenden ein passendes Fortbildungs- oder Umschulungsangebot. Zur Begleitung des Lernprozesses kann zusätzlich ein digitaler «Motivations-Booster» gebucht werden. «Der personalisierte, dialog-basierte digitale Coach ist ein motivierender Faktor. Er zeigt den Nutzenden ihre Stärken, Schwächen, Lernfortschritte und was hilfreich oder hinderlich war beim Lernen. Ausserdem gibt er Lerntipps und Anreize, mehr zu üben.» Der Sprachassistent gestaltete das Lernen dadurch spielerisch; ergänzt mit Gamification-Elementen und Echtzeitauszeichnungen.

Lernkultur und -gemeinschaft

Der digitale Raum ermöglicht auch innovative Lernansätze wie «mobile learning». Lernen werde dadurch flexibler, als nahtlos wahrgenommen und könne jederzeit in verschiedenen Kontexten stattfinden – beispielsweise zuhause, unterwegs oder am Arbeitsplatz. Eine solche Lernkultur liesse sich auch innerhalb von Unternehmen aufbauen und verankern. Es braucht hierfür eine entsprechende technische Infrastruktur, die aufgebaut und gepflegt werden muss. Studien haben gezeigt, dass Datenschutz einen wichtigen Erfolgsfaktor darstellt. Mitarbeitende sind oft stark an ihrer eigenen Weiterentwicklung interessiert, befürchten jedoch, dass ihre Daten überwacht, bewertet oder mit KollegInnen verglichen werden könnten. Hierauf muss beim Aufbau einer mobilen Lernumgebung besonders geachtet werden. Eine weitere Besonderheit der Plattform stellt die Option der Lerngemeinschaft dar. Lernen ist immer auch ein sozialer Prozess. In der Community wird nach dem eigentlichen Lernprozess Raum geschaffen, um Erfahrungen, Ideen, neue Ziele und Pläne sowie Feedback zu teilen. Dies mit der Absicht, die neu erworbenen Skills schliesslich auch in den beruflichen Alltag zu transferieren. Die SCESC-Plattform kann Lernende mit einer Community zusammenbringen, die den derzeitigen Stand innerhalb ihres individuellen Lernpfads optimal unterstützt. Berücksichtigt werden auch die Art und Weise des Gesprächsaustauschs, zusätzliche Hilfsmittel, das Level an Einsatzbereitschaft sowie die Gruppengrösse.

Bildungsinhalte teilen

Berufliche Weiterbildung soll in der Schweiz noch leichter für alle zugänglich sein, individuelle Kompetenzprofilierung unterstützen und passend an zukunftsorientierten Bedarf ausgerichtet sein. Dank innovativen Technologien wie Blockchain oder Non-Fungible Tokens können neuartige Finanzierungsmöglichkeiten durch Firmen, Bildungsanbietende oder Crowdsourcing geschaffen und ein offener Fonds zu Umschulungs- und Weiterbildungszwecken eingerichtet werden, an den sich Personen ohne finanzielle Möglichkeiten wenden können. Die Deckung dieser Bildungsbedürfnisse komme im Sinne der Kreislaufwirtschaft wiederum den arbeitenden Unternehmen, insbesondere den kleinen Firmen, zugute. Die Plattform verfolgt auf diese Weise einen Netzwerkansatz, der ein Weiterbildungs-Ecosystem nach den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft schafft. Erworbene und benötigte Bildungsinhalte werden immer wieder erneuert und den aktuellen und künftigen Bedürfnissen und Möglichkeiten angepasst.

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