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Wie machen uns Wearables gesünder?

In ihrem aktuellen Beitrag in «Electronic Markets» mit dem Titel «Behavior change through wearables: the interplay between self-leadership and IT-based leadership» gehen Prof. Dr. Christiane Lehrer, Prof. Dr. U. Yeliz Eseryel, Annamina Rieder und Prof. Dr. Reinhard Jung der Frage auf den Grund, welche Nutzungsmuster von Wearables welche Auswirkungen auf das Gesundheitsverhalten von Nutzer*innen zeigen.

Wearables (z.B. Fitbit-Schrittzähler, Sportuhren) sind längst im Mainstream angekommen. Sie begleiten Nutzer*innen bei ihren alltäglichen Aktivitäten und geben ihnen Rückmeldungen über ihr physisches Verhalten (z.B. Bewegung, Ernährung, Schlaf). Grosse Hoffnungen liegen auf den kleinen Trackern, wenn es um Gesundheitsprävention zur Vorbeugung von Wohlstandskrankheiten geht. Sie werden etwa im persönlichen Bereich zur Verbesserung von Fitness und Wellness eingesetzt, aber auch Organisationen setzen sie im Rahmen betrieblicher Gesundheitsprogramme ein, viele Krankenkassen bieten Prämienvergünstigungen im Austausch gegen die Bewegungsdaten ihrer Kund*innen und zunehmend sind Wearables auch integrierender Bestandteil von ärztlich angeordneten Präventions- und Therapieplänen.

Doch wie kommt es dazu, dass Nutzer*innen ihr physisches Verhalten aufgrund der Nutzung von Wearables verändern? Und weshalb verändern einige ihr Verhalten besonders stark und andere überhaupt nicht?

Das internationale Forschungsteam der Universität St.Gallen, der Copenhagen Business School (Dänemark) und der East Carolina University (USA) hat Daten von 50 Nutzer*innen von Wearables untersucht und herausgefunden, dass Nutzer*innen einerseits selbst über gewisse Strategien verfügen, die ihnen helfen, ihr Verhalten zu lenken (sog. Self-Leadership Strategien). Andererseits bieten jedoch auch die Wearables den Nutzer*innen Strategien an, wie sie ihr Verhalten am besten steuern können (sog. IT-based Leadership Strategien).

Je nach Strategien, die die Nutzer*innen anwendeten, konnten sie unterschiedlichen Nutzungsmustern zugeteilt werden. Nutzer*innen, die den Strategien des Wearables (z.B. in Form von Erinnerungen sich zu bewegen) folgten, zeigten zwar eine Verhaltensveränderung, sie ging aber kaum über die Anforderungen des Wearables hinaus. Wenn Nutzer*innen hingegen die Strategien des Wearables mit ihren eigenen Strategien kombinierten, war die Verhaltensveränderung tiefgreifender und von längerer Dauer (z.B. auch wenn das Wearable wieder abgelegt wurde). Keine Auswirkung auf das Verhalten zeigte sich, wenn die Nutzer*innen die Strategien des Wearables ignorierten oder wenn sie das Wearable nur als Tool einsetzten, um ihre eigenen Strategien besser umsetzten zu können (z.B. reines Tracking des Trainingsfortschritts ohne Verhaltensveränderung).

Autor: Annamina Rieder

Datum: 9. Juni 2021